Donnerstag, 14. März 2013

Warum ich Veganerin bin...(meine Geschichte)

Das erste Mal beschäftigt, mit der vegetarischen Ernährung, habe ich mich, als ich einen Ausbildungsplatz zur Tierarzthelferin bekam. Das war immer mein Traum gewesen, ich habe schon immer Tiere geliebt und konnte mir beruflich nichts besseres vorstellen. Ich hatte dann das Gefühl, das es sich nicht vereinbaren lässt, einerseits Tieren zu helfen und andererseits, sie zu essen! Also stellte ich mit ca. 16 Jahren das erste Mal meine Ernährung um. Meine Eltern haben das damals aktzeptiert und geduldet, es aber eher als Spleen abgetan und mich in keiner Weise unterstützt. Ich hatte keine Möglichkeiten mich näher zu informieren und damit meine Einstellung zu festigen. Auch hatte ich keinen Kontakt zu anderen Veggies, mit denen ich mich austauschen konnte. Da meine Mutter für mich einkaufte und kochte, gab es auch nicht viele Alternativen, und mein Essen wurde ziemlich eintönig.
Dann lernte ich meinen Mann kennen, der gern und viel Fleisch aß. Seine Familie war immer die erste im Frühling, die wieder anfing zu grillen, und so gabs mindestens einmal die Woche Unmengen an Fleisch. Auch sonst gehörte Fleisch einfach zu einem “guten Essen” dazu. Am besten täglich. Jung und naiv hab ich dann meine Einstellung recht schnell wieder über Bord geworfen. Ich war verliebt und dachte nicht weiter drüber nach. Als wir dann verheiratet waren, wollte ich meinen Mann natürlich auch glücklich machen, und hab gekocht, was ihm schmeckt, und das war eigentlich immer fleischlastig. Auch die Grill-Tradition in der Familie wurde beibehalten. So ging das einige Jahre lang…
Anfang diesen Jahres (2013) legte sich bei mir dann plötzlich ein Schalter um, ich hab im nachhinein das Gefühl, als hätte mich jemand wachgerüttelt! Mit dazu beigetragen hat auf jedenfall der “Lasagne-Skandal”, wo ich mich darüber geärgert habe, das sich die Leute so darüber aufregen, das sie eventuell Pferd gegessen haben. Ja und? Macht es einen Unterschied, ob nun Pferd, Schwein, oder Rind? Warum wird da unterschieden? Das hat dazu geführt, das ich meine Ernährungsweise erneut hinterfragt habe. Ich habe wieder über das Thema nachgedacht, und mehr darüber gelesen. Und einen Sonntag dann, wo wir als Familie bei McDonalds saßen, war mir plötzlich der Hamburger mit Gedanken an Massentierhaltung und Co total zuwider. An dem Abend, hab ich den Entschluß gefasst, ich werde wieder Vegetarier! Ich kann und will kein Fleisch mehr essen!!!! Ich hab in den Tagen darauf weiterhin viel gelesen (ich hab regelrecht alles aufgesaugt, was ich zu dem Thema fand), auch über die vegane Ernährungsweise, und für mich kam der Schritt weiter dann schnell und automatisch. Ich bin manchmal selbst erstaunt, wie schnell es dazu kam, hätte mir das jemand Anfang des Jahres gesagt “Du wirst zum Veganer!” – ich hätte mir vermutlich an den Kopf getippt…aber eigentlich ist es für mich eine logische Konsequenz, wenn man erst einmal näher Bescheid weiss,… Klar müssen für Milch, Eier und Honig keine Tiere sterben, aber wenn man erst Mal weiss, wieviel Leid trotzdem damit verbunden ist, kann man es eigentlich nicht mehr guten Gewissens konsumieren! Ich zumindest nicht....
Zum Glück gibt es inzwischen so viele tolle vegane Alternativen, die es einem total leicht machen, auf tierische Produkte zu verzichten. Viele vegane Blogs zeigen einem, wie vielfältig und lecker die vegane Küche ist, das macht Lust auf mehr, und ich vermisse echt nichts! Der Markt mit veganen Produkten boomt, und vegane Kochbücher kommen auch grad eins nach dem anderen auf den Markt, was ich sehr begrüsse. Mir gehts total gut mit der veganen Ernährung, nicht nur, weil es einem einfach ein gutes Gefühl gibt und zufrieden macht, auch gesundheitlich merke ich erste positive Veränderungen! Als einzige Veganerin in der Familie und im Freundeskreis, ist es zwar manchmal nicht ganz einfach, aber diesmal bin ich so überzeugt von dem, was ich tue, das ich mich davon nicht beeinträchtigen lasse!

edit Dezember 2014: Dadurch das ich kein Soja und kein Weizen vertrage und dadurch zusätzliche Einschränkungen habe, hat sich in letzter Zeit ein immer wieder auftretender "Hunger" nach Eiern entwickelt, dem ich ab und zu nachgebe. Ich kaufe die Eier allerdings beim Bauern im Nachbarort, wo ich mich überzeugen konnte, das es den Hühnern gut geht.
Mehr dazu habe ich hier geschrieben....

Kommentare:

  1. Liebe Jessi, es ist sehr interessant Dein "warum" zu lesen. Wie klappt das jetzt mit Deinem Mann, mit den Kindern, mit der Kocherei? Bei uns gibts es deshalb ständig dicke Luft.... Wie machst Du das mit dem B12? Ich bin (noch) nicht vollständig vegan und taste mich noch immer vor. Vielleicht hast Du einen guten Tipp`? LG

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  2. Huhu!

    meine Familie ist inzwischen selbst der Meinung, das Täglich Fleisch zuviel ist und nicht sein muss. Es gibt 2x die Woche Fleisch, und sonst vegetarisch/vegan.
    Ich muss zwar meistens mind. 2erlei kochen, aber das ist ok.
    Manchmal gibt es "dicke Luft" wegen dem Thema, aber zum Glück eher selten.

    B12 habe ich im Blut kontrollieren lassen und das war ok.Der Körper kann B12 sehr lange speichern.(bis zu 5 Jahre!) Nun lasse ich das 1x im Jahr checken. Mein Doc sagte mir, das reicht völlig aus,und wenn man dann sieht, das ein Mangel auftritt, kann man mit einer Spritze das Depot wieder auffüllen.
    Von irgendwelchen Kapseln, Zahnpasta o.ä. hielt er nichts, das ist Geldmacherei...

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi, Danke für die Antwort. na ich hoffe mal, dass meine Jungs irgendwann auch mal vernünftig werden.....das mit Kapseln und Zahnpasta sehe ich ähnlich - allerdings bin ich auch kein Fan von Spritzen... - das schließt Blut abnehmen mit ein....*örgs* Meiner Kollegin hat der Doc gesagt, sie müsse den Wertecheck selbst bezahlen weil sie wäre ja aus Spaß Vegetarierin...find ich auch krass - aber gut. Ich arbeite daran...Vielen Dank und viele Grüße, Silke

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  3. Also das ist unverschämt von dem Arzt, da würde ich gleich wechseln!
    Ich musste dafür nichts zahlen, das hat die KK übernommen, war gar kein Thema!

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  4. Hallo Jessi,

    es ist schön von Deiner Erfahrung zu lesen. Manchmal wundert es mich, dass so wenige Christen sich Vegetarisch/Vegan ernähren, wobei doch alle bibeltreuen Christen daran glauben, dass die ersten Menschen sich rein Pflanzlich ernährt haben (die ersten Tiere ja auch).

    Da bei mir rationalität über den emotionen steht kam meine Entscheidung zur pflanzlichen Ernährung (ich weiß nicht ob ich mich veganer nennen darf, solange ich noch Honig esse?!???) sobald ich erfahren habe, dass diese gesünder ist. Und dann war der logische Schluss - da ich den Schöpfer ehren möchte - dass ich seine Geschöpfe nicht mehr schaden kann - weder Tieren noch meinem eigenen Körper....

    Wie auch immer, es freut mich dass du viel Mitgefühl mit Gottes Geschöpfen hast - und da du selber ja auch einer seiner besten Geschöpfe bist, kann es sicher nicht verkehrt sein ab und zu mal ein Ei zu essen, wenn es dir damit besser geht ;)

    Ganz liebe Grüße und Gottes Segen
    Ruben

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  5. Hallo Ruben,

    danke für deinen lieben Kommentar.
    Ja, das habe ich mich auch schon mal gefragt, ob ich mich dann noch Veganerin nennen darf, wenn ich ab und zu ein Ei esse.
    Aber ich denke man darf hier nicht übertreiben, es ist schwierig immer 100%ig vegan zu leben. Darum geht es auch nicht. Jeder Schritt in die Richtung ist meiner Meinung nach wichtig und richtig.
    Ich hab auch schon mal überlegt, warum eigentlich nicht mehr Christen veganer sind, und warum es auch in dieser Gruppe Unverständnis gibt.
    Daniel und seine Freunde z.B. waren auch veganer, und das wird in der bibel positiv hervorgehoben.
    Und Jesus aß zwar Fisch, aber alles in Maßen und er ging respektvoll mit Tieren um.
    Fleischeslust und übertriebener verzehr wird auf jedenfall verurteilt, an mehreren Stellen, im alten testament vernichtete Gott sogar die Israeliten, weil sie sich raffgierig auf Wachteln stürzten.

    LG
    Jessi

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Danke für deinen Kommentar, ich freu mich sehr darüber!!