Donnerstag, 22. Oktober 2015

Muss man sich als "nur" Vegetarier schämen? (oder der "Kampf" mancher Veganer gegen Veggies)

Hey,

nachdem ich zwei Jahre mich vegan ernährt habe, 
esse ich seit einem halben Jahr wieder überwiegend vegetarisch. 
Nach wie vor finde ich die vegane Lebensweise erstrebenswert, 
hab es persönlich aber nicht mehr geschafft, da ich aus gesundheitlichen Gründen 
auf Soja und Weizen verzichten muss, 
und damit viele vegane Alternativen für mich wegfallen.
Für mich bedeutet es schon viel Verzicht und Aufwand mich weizenfrei zu ernähren, 
das die vegane Erährung zur Belastung wurde.
Ausserdem hatte ich zunehmend Probleme mit der Verdauung, die ich erst durch regelmässigen Konsum von Quark wieder in den Griff bekommen habe...

Mich freut, was sich die letzten Jahre 
auf dem Gebiet "fleischlose Ernährung"getan hat, 
das man überall was zu dem Thema liest, es so präsent geworden ist 
und immer mehr 
Menschen sich darüber Gedanken machen, 
wo ihr Essen eigentlich herkommt - 
es findet immer mehr ein Umdenken statt!

Was mich allerdings traurig macht, 
ist der scheinbar ausgebrochene "Kampf" mancher Veganern gegen Vegetarier! 
Bereits als Veganer ging es mir gegen den Strich, wenn ich mitbekommen habe, 
das andere Veganer auf Vegetarier herabblickten. 
Da heisst es dann "auch Vegetarier sind zum veganen Stammtisch herzlich willkommen", 
aber es wird getuschelt und es fallen Sprüche, 
mit denen sich ein Vegetarier nicht willkommen fühlen kann, 
und auch nicht mehr wieder kommt...

Und inzwischen wird es immer extremer:
Man bekommt das Gefühl vermittelt, 
sich als "nur" Vegetarier schämen zu müssen...
Selbst in Gruppen auf FB oder in Foren die "vegetarisch" 
im Namen/der Bezeichnung tragen, kann man sich nicht mehr wohl fühlen, 
da Veganer dort die Vegetarier nur noch zu "dulden" scheinen. 
(und das eigentlich auch nur, solange der Vegetarier nichts "vegetarisches" von sich gibt, sonst wird er angegriffen...)
Ja neuerdings tauchen da sogar Parolen auf 
wie "Vegetarier sind Tiermörder, die kein Fleisch essen!"

Hallo? Gehts noch?

Jeder ist anders, hat andere Lebensumstände, und ich habe kein Recht über andere zu urteilen 
(das gilt übrigens für alle Lebensbereiche)
 Ich würde einen "Omni" niemals "Mörder" nennen, 
auch wenn ich selbst es abscheulich finde, Tiere zu töten und zu essen!!! 
Und ja, ich freue mich sogar darüber, wenn ein Omni für sich entscheidet nicht 
mehr täglich Fleisch zu essen! (auch wenn ich den Begriff "Flexitarier" albern finde) 
Total abstrus finde ich es aber, zu behaupten, ein Vegetarier könne auch gleich wieder Fleisch essen,
weil es am Ende aufs gleiche raus kommt, solang er nicht 100% vegan lebt...
Nein, es gibt nicht (immer) nur schwarz und weiss!!!

So, "just my two cents" - zu dem Thema...
lag mir schon ne Weile auf dem Herzen...


Liebe Grüße, Eure Jessi 
*schaut auch mal auf meinem anderen Blog vorbei: BeCurvy, behappy*

Kommentare:

  1. Jaaaaaa... du sprichst einem aus der Seele.
    Zum schämen ist sowas und da wundert es mich nicht wie Anti- so manche Allesesser auf das Thema zu sprechen sind, wenn man sogar als Vegetarier solch ein Gefühl vermittelt bekommt.
    Vegetarisch ist eben lange nicht ausreichend wenns nach manch radikalen Veganer geht und radikal ist meiner Meinung nach einfach nicht der richtige Weg.
    Ich bin ganz Deiner Meinung.
    Auch wenn ich persönlich denke das die Zukunft des Menschen in einer rein pflanzlichen Ernährung liegt soll jeder nach seinem eigenen Be- und Empfinden handeln, denn jeder muss es mit nichts als seinem eigenen Gewissen vereinbaren finde ich.
    Mehr als Schwarz und Weiß - das Leben ist doch sooo wunderbar bunt!!!!
    Nicht alle sind gleich, das ist doch das tolle, das Leben ist eben ein Prozess, eine stete Entwicklung, da kann man nicht immer alles auf eine Linie zwängen.
    Schrecklich sowas, echt.
    Solche Leute denken immer noch in Kategorien wie bessser und schlechter oder gut und böse. Da sist nicht wichtig, viel wichtiger ist die Entwicklung die stattfindet.
    Toller Post!
    Tolle Ehrlichkeit von Dir :-D
    Allerliebste Grüße
    MamaMia

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  2. Ich gebe dir auch vollkommen recht!
    Die allermeisten Veganer haben früher auch mal Fleisch gegessen und sind nicht von heute auf morgen vegan geworden - schon alleine deshalb sollte keiner von sich behaupten, er wäre besser (ich erzähl ja auch keinem Kind, dass ich besser bin... ich war ja selber mal eins ;-) ).
    Ich freue mich über jeden, der über seine Ernährung nachdenkt und weniger / kein Fleisch mehr isst. Schon alleine damit ist viel getan. Wenn jeder nach seinen Möglichkeiten leben und tun würde, was er kann, wäre die Welt schon ein viel besserer Ort!

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  3. interessantes Thema, was du da anschneidest. Vor allem, wenn immer gesagt wird, jeder sollte sich so ernähren, wie er will und wie es für einen gut ist bzw man es vertreten kann. Wahrscheinlich sind es die veganer, auf die immer so lange herabgeschaut wurde, dass sie sich jetzt in der Gruppe wehren und zurückschießen.
    Iss, wie du es für gut befindest! Auch gerade gegenüber deinen Kindern um das zu zeigen!
    Dass du so viele Unverträgicchkeiten hast, tut mir leid.

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  4. Sicher soll sich nicht jeder einfach so ernähren, wie er mag. Es soll auch niemand Sklaven halten - das ist keine Geschmackssache. Aber klar ist auch: nobody is perfect - keiner kann alles richtig machen. Alles, was uns bleibt, sind wache Sinne, die besten Absichten, und nicht aufzugeben. Das ist Untadeligkeit.

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Danke für deinen Kommentar, ich freu mich sehr darüber!!